Malen und Zeichnen lernen. Eine Philosophie

Zu Beginn etwas Grundsätzliches: Zeichnen kann jeder! Der einzige Unterschied ist, dass es der Eine vielleicht besser kann als der Andere. Doch ein ehrlicher Trost für die weniger Guten: Zeichnen kann man lernen!

Geben Sie Ihre Zeichenversuche, auf welchem Gebiet Sie sich auch betätigen, nicht gleich auf, wenn die ersten Skizzen misslingen. Noch immer gilt: Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen. Auch Michelangelo, Rubens, Renoir, Manet, Picasso, und wie sie alle heißen mögen, haben mal klein angefangen und ihre ersten Striche gemacht…

Selbstverständlich braucht man zum Zeichnen ein bisschen Phantasie –viel wichtiger jedoch ist ein geschultes Erinnerungsvermögen, denn tatsächlich basiert das Meiste im zeichnerischen Umsetzen auf guter Beobachtungsgabe, um hiermit das Gesehene im Geiste festzuhalten. Sehen lernen! Nehmen Sie ihre Umwelt durch die Augen eines kreativen Menschen wahr! Man sollte die Umgebung mit offenen Augen betrachten und alles in sich aufnehmen, denn später werden viele Dinge auch „aus dem Kopf“ gezeichnet. Auch hier macht Übung den Meister.

Aber Meister wollen wir ja nicht gleich werden, denn nur üben und wieder üben ist der Schlüssel zum Erfolg.

Die Malschule beschäftigt sich hierbei mit dem Gleichgewicht von sinnvollen Übungsskizzen und dann dem konkreten bildlichen Umsetzen des Geübten.

Dies gilt auch für das Malen. Wenn es mal nicht auf Anhieb klappt, legen Sie das Bild zur Seite, gehen Sie weg, lenken sie sich ab mit etwas völlig anderem. Kehren Sie zu einem späteren Zeitpunkt zu ihrem Bild zurück und versuchen Sie es erneut, erobern Sie das Medium! Vor allem Abstand zu gewinnen (tatsächlich auch im räumlichen Sinne: Betrachten sie Ihr Bild immer auch aus der Entfernung), macht vieles offensichtlicher. Auch Fehler können Sie danach selber erkennen, denn manchmal sieht man vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr…

Versuchen Sie bitte nicht, etwas mit Gewalt zu erreichen und werfen Sie niemals die nach ihrer Ansicht missglückten Skizzen zerknüllt in den Papierkorb. Manchmal - vor allem im Eigenentwurf - stellt man fest, dass die erste oder zweite Skizze doch die Beste war. Auch gilt es, ältere Entwürfe und Skizzen mit aktuelleren Arbeiten zu vergleichen – eine spannende Angelegenheit zu beobachten, wie man sich mit der Zeit verbessert.

Zu guter letzt: Malen und Zeichnen sind in erster Linie vor allem Techniken, deren Beherrschung möglich ist! Talent ist ohne Frage fördernd, eine Umsetzung lebt aber immer vom „Gewusst wie“.